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Über 200.000 Euro Schulden: Steam Sale führt zu Haus-Pfändung
Obdachloser Mann Steam Sale

Über 200.000 Euro Schulden: Steam Sale führt zu Haus-Pfändung

Kein Weihnachtsmärchen für diesen Mann: Statt auf dem kuscheligen Sofa vor einem hell erleuchteten Weihnachtsbaum muss Dieter M. (Name geändert, Anm. d. R.) die Feiertage auf einer Parkbank verbringen. Sein Haus wurde gepfändet, weil er wegen des Steam Sale eine Hypothek aufnehmen musste.

Die Schattenseiten des Steam Sale

Eigentlich wollte Dieter M. vor dem Weihnachtsfest nur einige günstige Videospiele erstehen. Der sogenannte Steam Sale auf der Online-Distributionsplattform des Anbieters Valve sorgt mehrere Male im Jahr für Tiefstpreise bei Tausenden aktuellen und alten Titeln. Bis zu 95% des originalen Preises können Gamer hier beim Kauf von einzelnen Spielen und DLC sparen. Herr M. wurde jedoch immer und immer tiefer in diese Spirale aus Angeboten gezogen, bis er schließlich überhaupt nicht mehr herauskam.

Über 200.000€ im Minus stand Herr M.s Bankkonto zwischenzeitlich. Er kann es selbst kaum fassen, wie es dazu kam:

„Es war wie verhext. Ich konnte einfach nicht aufhören, meinen Warenkorb zu fül… – Oh, ist Just Cause 3 gerade 10 Euro billiger?!”

Wegen seiner hohen Schulden musste er eine Hypothek auf sein Haus aufnehmen, um nicht sein gesamtes Hab und Gut gepfändet zu bekommen. Weitere 500 Käufe später war aber klar, dass er die Hypothek niemals begleichen werden könne. In der Folge verlor Herr M. in einem kurzen Prozess sein Haus an die Bank. Was bedeutet das in Zukunft für den gelernten Einzelhandelskaufmann? Er wird irgendwie versuchen, sich ohne feste Bleibe durchzuschlagen und schließlich ins Gesellschaftsleben zurückzukehren. Hoffnung gewinnt er vor allem durch mehrere externe Festplatten, auf denen er seine Spiele installiert hat. So kann er in Internetcafés an seinen Spielständen arbeiten, um nicht irgendwann alles auf einmal nachholen zu müssen. Glück gehabt.

Dieter M.s Familie unterstützt ihn, soweit es geht. Einer seiner drei Söhne, Kevin (12), meint zu der aktuellen Lage:

„Voll doof, dass ich jetzt bei Oma wohnen muss. Aber Papa hat das neue CoD und das ist voll geil. Hoffentlich lässt er mich auch mal spielen!”

Mittlerweile besitzt Dieter M. knapp 7.000 Spiele und geschätzt 12.000 DLC-Pakete. Ob er die alle spielen wird? „Vermutlich nicht, aber sie waren so billig!”

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